UNESCO Kulturerben an der Ostsee Darßer Türen und Zeesboote sind Weltkulturerbe

Kenner der Region schätzen die kunstvoll verzierten Darßer Türen und traditionellen Zeesboote schon länger und nun gehören die schönen Ostsee-Kulturgüter auch offiziell zum UNESCO Kulturerbe. Warum die Kulturgüter zum Weltkulturerbe erklärt wurden und welchen anderen Traditionen aus dem Ostseeraum diese Ehre ebenfalls zuteil wurde, erfährst du hier.

von Dominique Apeitos dos Santos

Windflüchter auf dem Darß
Die kunstvoll verzierten Darßer Türen haben eine lange Tradition und sind ein beliebtes Fotomotiv bei Besuchern der Ostsee-Region.©Shutterstock; ricok

Die markant aussehenden Zeesboote und die kunstvollen Darßer Türen sind beliebte Fotomotive bei Besuchern des vorpommerschen Ostseeraumes. Beide Kulturgüter haben eine lange Tradition, deren Relevanz nun durch die Ernennung zum Weltkulturerbe unterstrichen wurde. Verkündet wurde dies von der UNESCO und dem Vorsitzenden der Kultusministerkonferenz, Helmut Holter (Linke). Mecklenburg-Vorpommern hat jedoch noch mehr zu bieten: Das Tonnenabschlagen, das Malchower Volks- und das Barther Kinderfest sowie die Reetdachdeckerei gehören schon länger zum immateriellen Kulturerbe der Region.

Kriterien für die Ernennung zum Weltkulturerbe

Maßgebend für die Ernennung zum Weltkulturerbe ist laut der deutschen UNESCO Kommission der universelle Wert einer Kultur- oder Naturstätte. Die Empfehlung, ein Kulturgut zum Weltkulturerbe zu erklären, wird von einer Expertenkommission der UNESCO ausgesprochen. Die Entscheidung darüber, was zum immateriellen Kulturgut ernannt wird, wird dann gemeinschaftlich von der Kultusministerkonferenz und der Beauftragten für Kultur und Medien der Bundesregierung getroffen. Aus Deutschland sind laut Helmut Holter insgesamt achtzehn neue Kulturtechniken dazu gekommen.

Gehören seit Kurzem zum immateriellen Weltkulturerbe: Die traditionsreichen vorpommerschen Zeesboote. ©Shutterstock; ricok
Gehören seit Kurzem zum immateriellen Weltkulturerbe: Die traditionsreichen vorpommerschen Zeesboote.©Shutterstock; ricok

Warum sind die Zeesboote und Darßer Türen Kulturerbe?

Der Erhalt der Zeesboote sei wichtig, da diese das Handwerk des Holzbootsbaus, die Segelmacherei und den seemännischen Umgang mit Segelfahrzeugen vereinen würde. Die auffälligen Zeesboote wurden ganz besonders zur Blütezeit der Fischerei auf Fischland-Darß-Zingst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts genutzt. Heute werden die traditionellen Fischfangtechniken entweder zu Bildungszwecken oder zur Schau demonstriert. Auch die Darßer Türen wurden zum Weltkulturerbe erklärt, da ihre Herstellung eng mit der maritimen Tradition von Fischland-Darß-Zingst verknüpft seien. Ein weiteres Kriterium sei, dass die bunt verzierten Türen ein unverwechselbares Wiedererkennungsmerkmal für die Darß-Orte und Ausdruck lokaler Identität darstellen würden. Mehr zu den Darßer Türen erfährst du hier.

Der Kunstkaten in Ahrenshoop
Maritim ist Trumpf. Hier wacht der Seemann über den Hauseingang, oftmals werden aber auch die Darßer Türen selbst mit maritimen Verzierungen versehen©Shutterstock; Andreas Rose

Was verbirgt sich hinter der Tradition des Tonnenabschlagens?

Ein alter Volksbrauch aus dem Darßer Ostseeraum, der zum Weltkulturerbe gezählt wird, ist das Tonnenabschlagen. Der Brauch hat sich im 16. und 17. Jahrhundert von den Niederlanden über Dänemark und Schweden nach Deutschland verbreitet. Das Abschlagen der Tonnen ist in Anlehnung an mittelalterliche Reitspiele der Knechte entstanden, die damals von den Wettkämpfen ihrer Herrscher ausgeschlossen wurden. Für alle, die das Tonnenabschlagen noch nicht kennen: Die sogenannten Tonnenbundbrüder und -schwestern haben die Aufgabe, ein über ihnen hängendes, geschmücktes Heringsfass zu zerschlagen, und das zu Pferd. Sogenannter Bodenkönig wird, wer den Fassboden entfernt. Der Stabkönig schafft es, das letzte gewölbte Seitenbrett abzuschlagen und der Reiter, der den letzten Holzsplitter des Fasses erwischt, wird Tonnenkönig.

Malerischer Blick auf den See und den Luftkurort Malchow.©Shutterstock; travelpeter

Das älteste Heimatfest in Mecklenburg Vorpommern

Wie wäre es am ersten Juli-Wochenende des Jahres mit einem Ausflug nach Malchow? An diesem Wochenende wird in jedem Jahr das älteste Volksfest Mecklenburg Vorpommerns gefeiert. Die Stadt zieren an diesem Wochenende Wimpel in den Farben Mecklenburg Vorpommerns, farbenfrohe Lichterketten, Birken- und Eichengrün. Erwähnenswert ist, dass sich das Fest 1853 als Zeichen der Unabhängigkeit von der Kirche manifestierte, da es an einem Sonntag, der in der Kirche als heilig angesehen wird, abgehalten werden durfte. Das Heimatfest erfreut sich seit jeher großer Beliebtheit und wird von Bürgern für Bürger organisiert. Ein Highlight des Festes sind die geschmückten und beleuchteten Boote auf dem Malchower See.

Barther Kinderfest - wo das Kind König ist

Eine ganz besonders schöne Tradition stellt das Barther Kinderfest dar. Im Zuge des Kinderschützenfests, das einmal im Jahr stattfindet, wird mithilfe von Armbrust und Wurftaube ein Kinderkönigspaar gekürt, das seinen Titel bis zum nächsten Jahr behalten darf. Diesen Wettkampf bestreiten Jungen bereits seit dem Jahr 1828, seit 1867 dürfen auch Mädchen teilnehmen. Eingeläutet wird das Fest von Barther Spielleuten mit dem sogenannten “musikalischen Wecken”. Das Königspaar des Vorjahres wird abgeholt und auf dem Marktplatz wird das Fest mit einer plattdeutschen Rede der Jahrgangsbesten eröffnet. Der anschließende Umzug führt auf den Festplatz, wo auch das Turnier ausgetragen wird. Das Siegespaar darf dann zusammen mit dem Bürgermeistern einen Rundflug über die Stadt genießen. Konzerte und bunte Bühnenprogramme runden die Festlichkeiten ab.

Reetdachhäuser erfreuen sich großer Beliebtheit, denn sie haben einen ganz besonderen, wohnlichen Charme.

Was macht das Reetdachdecker-Handwerk so besonders?

Die Vorstellung, dass es Reetdachhäuser bereits um 4.000 v. Chr. gab, ist faszinierend. Somit gehört das Reetdachdecker-Handwerk nämlich zu den ältesten Hausbautechniken überhaupt und wurde zum immateriellen Weltkulturerbe. Mit Reet gedeckte Häuser findet man in Holland, England, Dänemark sowie in Asien und Afrika vor. Uns Deutschen sind die Reetdachhäuser vor allem von der Ostsee bekannt, wir finden sie zum Beispiel auf dem Darß und der Insel Rügen an. Allerdings gibt es sie auch vereinzelt im Spreewald und Süddeutschland zu entdecken. Trotz der erhöhten Brandgefahr des Baustoffs ist das Interesse an Reetdächern wieder gestiegen: Es sind Gründe, wie die besondere Wohnatmosphäre, die harmonische Optik oder die Verwendung eines ökologisch wertvollen Baumaterials, die Reetdachhaus-Besitzer so schätzen.

Hier kann man so richtig abschalten und die Seele baumeln lassen: Das STRANDHAUS Ahrenshoop

Urlaub im STRANDHAUS Ahrenshoop

Wolltest du schon immer einmal selbst die besondere Wohnatmosphäre eines Reetdachhauses erleben und gleichzeitig deinem Alltag entfliehen? Dann solltest du dir das STRANDHAUS Ahrenshoop auf der Ostseehalbinsel Fischland-Darß-Zingst einmal genauer ansehen. Nur 100 Meter von der Ostsee entfernt, wohnst du in unmittelbarer Strandnähe, wo du bei einem herrlichen Spaziergang Entspannung und neue Inspiration findest. Die 36 hellen, modernen Zimmer sind mit viel Liebe zum Detail renoviert worden und laden zum erholsamen Verweilen ein. Wenn du deinen Vierbeiner mitbringen möchtest, ist auch das kein Problem: Hier sind alle herzlich willkommen. Und am Nachmittag? Genehmige dir doch eine kleine Kaffee-Auszeit direkt am Meer. Im STRANDHAUS wirst du zwischen 14 und 17 Uhr mit feinsten Konditorei-Zubereitungen aus dem Café des benachbarten Hotels THE GRAND Ahrenshoop verwöhnt.

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