Behind the scenes THE GRAND »Boating« - Nix wie hin!

Aus eigener Kraft ein Kanu bauen. Ein Workshop über die Winterzeit mit genauer Anleitung von Martin Rurik Bootsbauer des THE GRAND macht es möglich.

Professionell bauen & intelligent ablegen

Klar, als ich vor drei Jahren das THE GRAND als Basis zur Recherche für das Bruckmann-Reisebuch »Nix wie weg!« nutzte, kam das magische Dreieck zwischen Ahrenshoop, Prerow und Pramort, der äußersten Spitze im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, schon ziemlich gut - was sich in Kapitel 8 »Fischland-Darß-Zingst – Seele freistrampeln auf der Ostseehalbinsel« auf vier spannenden Seiten nachlesen lässt.

Zu den Top-Highlights gehörten, logisch, strampelintensive Bike-Touren um den Saaler und den Bodstedter Bodden, sowie, zweitens, unglaubliche Beach-Wanderungen der Kategorie Walk-on-the-Wildside durch den Darßer Wald und am legendären Weststrand entlang, der mit seinen endlosen Kilometern unter den zehn Schönsten Europas rangiert. Sowie, drittens, ultimativ und ganz sicher die engen Stufen des Leuchtturms am Darßer Ort hinauf, um von genau dort oben auf der 360-Grad-Plattform die grandioseste Vogelperspektive zu genießen mit Rundumblick auf das naturbelassene und nur zu Fuß, per Fahrrad, Boot oder Pferdewagen erreichbare maritime Sand- und Wasserparadies dieses einzigartigen fischländigen Darß!

Wer nach solch einem Tag zum Sonnenuntergang auf der Terrasse der Rooftop Bar & Restaurant Weitblick des einstigen Kurhaus-Hotels und jetzigem THE GRAND im 5. Stock sitzt, mit Fokus auf weitgespannte Wasserflächen bis zum Horizont, der will schnell nicht mehr weg!

Zeesboot-Segeln in der Fischerwiege

Und diesmal? Erst recht nicht! Schon beim ersten Besuch waren die rostroten Segel der traditionellen Zeesboote ein optischer Blickfang, die wie kampfbereite maritime Insignien Hägar des Schrecklichen die Wogen des Bodden so wikingerhaft durchpflügten.

Im Althäger Hafen gehen flink die Plünnen hoch, mit gekonnten Handgriffen takelt Bootseigner und Skipper Martin Rurik seine »Martha« auf, Schnell wird die Silhouette des reetgedeckten Fischrestaurants „Räucherhaus“ kleiner, das in diesem verschwiegenen Winkel der Ahrenshooper Hafenbucht noch eine Rolle in dieser Geschichte zu spielen hat. Die »Martha« sei eher als Segelyacht aufgebaut, erklärt Martin, wohingegen sein Zweitboot, die »Bernstein«, noch immer ein stilechtes Fischereigeschirr trage, und dann legt er los, als der Wind richtig in die Segel bläst und die »Martha« rein ökologisch durchs binnenländische Meer drückt: Das seien hier, im Saaler Bodden, 15 x 8 Kilometer aquatischer Fläche, 45 x 8 bringen die Boddengewässer der Region insgesamt auf die Beine, dazu kommt noch die richtige Ostsee, die das Binnenmeer auf der landoffenen Seite oft genug als rauer Geselle umgibt.

Skipper Martin Rurik auf seiner "Martha".

Das »Vater & Sohn-Ding«

„Der Christoph“, grient der kernig-bärtige Skipper der »Martha«, der hundert Prozent ein Kind der Küste ist, „also der Kolumbus“, er lacht, „der wäre hier doch nur im Kreis rumgesegelt, und jeden Abend in einer anderen Kneipe gelandet, schon mal ganz sicher nicht in Amerika!“ Wenngleich es die hanseatische Störtebeker-Brauerei mit ihren als endemisch erkannten Bieren erst seit 1827 gibt. Fünf Jahre lang arbeitete der gelernte Bootsbauer im erwähnten »Räucherhaus«, da waren Jobs im hohen Norden noch rar, täglich hatte er auf die schönsten Zeesboote im Hafen zu blicken, bis er, auch nicht wenig logisch, sein Herz an die schlanken eleganten Segler verlor.

Als Schiffszimmermann schaffte er Geld ran, schuftete in den Edel-Marinas Monacos und Mallorcas, im Sommer segelte er Gäste durch die Boddenlandschaft, bis er sein erstes eigenes Zeesboot bekam. Und einen „Bub“, der zum Leidwesen des Papas als Achtjähriger heute lieber Traktor als Boot fährt. Oliver Schmidt, Geschäftsführer des THE GRAND und mit dem Bootsbauer Martin bestens bekannt, hat auch einen Sohn, elf Jahre alt, und man ahnt es schon: Die Absicht väterlicher Korrumpierung, wobei es um gemeinsam Erlebtes geht, und, na ja, Mütter wissen genau, was da hinter all dem da steckt!

The Grand’s Kanu- und Netzbootbauworkshop

Und das haben der Bootsbauer und der Hotelchef zusammen ausgeheckt: Wochenend-Schnuppern sowie zwei- bis dreiwöchige richtige Bootsbau-Kurse, die ohne Vorwissen in der Werkstatt des THE GRAND unter fachmännischer Anleitung stattfinden. „Auf seine Finger hören“, nennt Kursleiter Martin Rurik das, und ein Zurück zu den Anfängen! Die Besinnung auf Handfestes eben, was nicht nur für Kids als fühlbarer Kontrast zur digitalisierten Welt immer wichtiger ist.

Jeder kann da mit ins Boot: Teilnehmer von Incentive-Gruppen ebenso wie Vater-und-Sohn-Gespanne oder Interessierte , die Martins Datenbank anzapfen und probieren und experimentieren wollen, sowie stressgeplagte rein theoretisch Verkopfte, denen ein greif- und nutzbares Ergebnis besser als jedes Wellness ist: im praktischen, handwerklichen und gemeinsamen Tun. Während das Netzboot-Angebot ins Restaurieren bestehender Holzbootstrukturen geht (z.B. Planken mittels Brenner heiß machen, biegen und in Kupfer vernieten), bietet die Kurs-Sparte Kanu-Bau die eigenhandwerkliche Herstellung eines solchen im modernen Bootsbau an (z.B. das Gerippe der Spanten mit Glasfasergewebe verkleben).

Wer da bis zum Schluß durchhält, kann sich auf seine Schiffs- bzw. Kanutaufe mit THE GRAND-Champagner freuen, den Eigenbau stolz ins Wasser bringen und zu den Kranichen paddeln, die im fischländischen Herbst auf den umliegenden Salzwiesen noch einmal Kraft tankend pausieren. Bevor sie vom Darß’schen Bodden ab nach Afrika fliegen. Sollen sie doch! Hierbleiben im Winterhalbjahr ist auch gar nicht so nicht schlecht, im THE GRAND. Wenn zum Frühjahr ein eigenhändig gebautes Kanu herauskommt.

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